Archive for the ‘aus der Politik’ Category

Zu wenig Frauen sind peinlich

Freitag, Mai 9th, 2008

Na endlich kommt Bewegung in die Diskussion um eine Frauenquote bei den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen. Bereits im Februar 2007 haben über 500 Menschen unsere öffentliche Petition zu dem Thema an den Bundestag unterzeichnet. Gestern berichtete die taz unter der Überschrift “Peinlicher Mangel an Managerinnen” vom Rechtsausschuss des Bundestages. Dieser hatte unter anderem den früheren norwegischen Wirtschaftsminister Ansgar Gabrielsen eingeladen. anskargabrielsen.jpg Zu seinem Statement schreibt die taz: “Es gibt ein neues Argument für die Geschlechterquote und das heißt “Peinlichkeit”. Diesen Grund führte am Mittwoch der ehemalige Wirtschaftsminister Norwegens, Ansgar Gabrielsen, ein. Der Rechtsausschuß des Bundestages hatte am Mittwoch Abend Experten zu einer möglichen Quotierung der deutschen Aufsichtsräte nach norwegischem Vorbild befragt. Norwegen hat im Januar 2008 eine 40-Prozent-Quote für Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften eingeführt. Ihm sei es schlicht peinlich gewesen, dass sich die gut qualifizierte Hälfte der Bevölkerung Norwegens nicht in den Führungsetagen der Unternehmen wiederfinde, so Gabrielsen vor den Experten.” Auch wenn bisher nur die Grünen von einer Quote in den Wirtschaftsunternehmen überzueugt sind - es bewegt sich was. Lasst uns das Beste hoffen…

Merkelsche Maßstäbe die Zukunft?

Montag, April 28th, 2008

Hallo, da kommen starke Worte aus Österreich. Ein wunderschöner Kommentar auf diepresse.com zum Merkelschen Dekolletée bei ihrem Auftritt zur Einweihung der Oper in Norwegen. Ich zitiere genüßlich die Autorin Brigitte Trip: “Dass nun mehr Angela Merkel nach rund zwei gut durchgestandenen – in jedem Fall gut durchgeknöpften – Regierungsjahren der völlig verblüfften Medienschar ein derartig beeindruckendes Dekolletée von Sophia Lorenschen Ausmaß enthüllt, zeigt aber, wie diese Frau, die lange als graue Maus, als Geschlechtsneutrum dargestellt wurde, nun mehr so selbstbewusst auftritt, dass in Hinkunft politische Spitzenfunktionen nicht mehr ausschließlich an männlichen Kriterien sondern zunehmend an „merkelschen“ Maßstäben gemessen werden.”

Aus Machos werden Macherinnen

Montag, April 14th, 2008

rodriguez_zapatero_2.jpg Wer hätte das gedacht von einem Land, das neben den lateinamerikanischen Staaten den Begriff “Macho” prägte: Erstmals sind in Spanien mehr Frauen als Männer in der Regierung - unter Führung des Feministen Zapatero. Sogar das Verteidigungsministerium führt eine Frau - das heißt 130.000 Soldaten und der spanische Geheimdienst CNI haben nun eine Chefin. Spanien beweist, dass eine Frauenförderung, ist sie wirklich gewollt, kein Problem ist. Sie scheitert bestimmt nicht daran, dass es nicht genug qualifizierte Frauen gibt - was ja hierzulande ein sehr beliebtes Argument ist…

Mehrere gute Artikel zum Thema sind hier auf n-tv nachzulesen.

Schwarz-grün beim Grundeinkommen

Dienstag, März 25th, 2008

Erstaunlich, was das Thema Grundeinkommen so bewirkt. So las ich gerade eine interessanten Stellungnahme von Dieter Althaus (CDU) und Wolfgang Strengmann-Kuhn (Die Grünen) im “Rheinischen Merkur”. Sie schreiben u.a.:”Wir glauben, dass Deutschland den Mut braucht, visionäre Ideen wie das Grundeinkommen aufzugreifen. Zu Recht glauben die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr daran, dass das aktuelle Sozialversicherungssystem zukunftsfähig ist. Wenn von den politisch Verantwortlichen keine Antworten auf die Herausforderungen durch Globalisierung und demografischen Wandel gegeben werden, schwindet auch das Vertrauen in die Politik und letztlich in die Demokratie insgesamt. Politik braucht den Mut zu neuem Denken über alte Gräben hinweg.” Viel Spaß beim Lesen wünscht euch stefanie

Dagmar Metzger

Donnerstag, März 13th, 2008

Sie bleibt sich treu und nimmt das, was in unserer Verfassung steht - “Abgeordnete sind ihrem Gewissen verpflichtet” - ernst: Dagmar Metzger. Obwohl ich inhaltlich ganz anderer Meinung bin als Frau Metzger, achte und respektiere ich ihre Haltung. Das Demokratieverständnis unserer Parteien zeugt mehr von großem Machtverständnis als von Überzeugung. Ich hätte es sehr schade gefunden, wenn Frau Metzger ihr Mandat niedergelegt hätte. Dass sie im Landtag bleibt ist ein Sieg für unsere Demokratie - über die Selbstherrlichkeit der Parteien hinweg. In diesem Land gibt es jedes Mal einen Aufstand, wenn Menschen aus den Reihen ihrer Partei scheren. Warum eigentlich? In anderen Ländern ist so etwas alltäglich. Die alten, starren Parteienkonstellationen sind völlig überholt. Die besten Debatten im Bundestag sind immer dann, wenn die Fraktionsdisziplin aufgehoben wurde. Warum kann das Beste nicht zur alltäglichen Praxis werden? Wäre einfach zu schön… stefanie

Kanzlerin auf der CeBit

Donnerstag, März 6th, 2008

Da geraten die Manager ins Schwitzen: Die Kanzlerin stellt doch tatsächlich Fragen, die am ein oder anderen Stand kurzfristig verlegenes Schweigen bewirkten :-)
Aus dem Newsletter von Wiegand&Wiegand:
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei der Eröffnung der weltweiten Computermesse Cebit 2008 in Hannover zahlreiche HighTech-Topmanager mit einfachen Bemerkungen aus dem Konzept gebracht. Die Nachrichtenagenturen APA und dpa listen auf:

1. Fall: IBM-Deutschlandchef Martin Jetter führt der Kanzlerin ein Gerät zur Anzeige günstigster Stromtarifzeiten vor, etwa von Mitternacht bis 06.00 Uhr. Daraufhin Merkel: “Die Waschmaschine zwischen 00.00 und 06.00 Uhr laufen lassen, das mag der Untermieter aber gar nicht so gerne.”

2. Fall: Bei SonyEricsson zeigen Wirtschaftslenker in dunklen Anzügen der Regierungschefin ein cooles Handy mit Organizer und anderen tollen Features. “Das ist High End”, sagt einer stolz zur Kanzlerin. “Wie ein IPhone?”, fragt Merkel zurück. Die Manager lächeln gequält ob der Nennung des längst erhältlichen Produkts von Konkurrent Apple.

3. Fall: Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg preist an, sein Unternehmen biete jungen Leuten im Netz einen Test für Computerwissen. Merkel fragt daraufhin zwei anwesende Bäckerlehrlinge: “Haben Sie denn schon den Test mitgemacht?” Die Antwort: “Nein.”

Die Nachrichtenagentur APA kommentiert: “Merkel hat 14 Stände besucht, das Messegelände von Süd nach Nord durcheilt und der Computerbranche ein paar einfache Fragen gestellt. Die Manager sollten gewarnt sein: Nächstes Jahr zur Cebit kommt sie wieder.”[/I]

Spiel’ nicht mit den Schmuddelkinder

Dienstag, Februar 26th, 2008

In den 80ziger Jahren habe ich mitbekommen, wie die SPD und die CDU sich strikt geweigert haben die Grünen als Partei zu akzeptieren. Die etablierten Parteien wollten mit ‘denen’ nichts zu tun haben. Dann brauchte die hessische SPD die Grünen um eine Mehrheit im Landtag zu bekommen und die Grünen wurden allmählich ’salonfähig’. Die Turnschuhe, die Joschka Fischer bei der Vereidigung trug, sind heute ein Vermögen wert. Jetzt kann sich die CDU sogar vorstellen mit den Grünen in Hamburg zu regieren.
Gut das jetzt die Linken aufgetaucht sind, so haben wir wieder ‘Schmuddelkinder’ mit denen keiner etwas zu tun haben will. Wenn die SPD, die Grünen und die FDP es nicht schaffen, gemeinsam eine Regierung in Hessen zu stellen, dann müssen eben auch diese Parteien die Konsequenzen tragen. Die etablierten Parteien vergessen leider auch immer wieder, daß es die Wählerstimmen sind, die genau diese Konstellation gewählt haben. Jeder Wähler, der seine/ihre Stimme den Linken gegeben hat, hat damit seine Meinung kund getan. Wenn den anderen Parteien dieses Ergebnis nicht passt, müssen sie sich an die eigene Nase fassen und ihre Politik überdenken.
Meine Hoffnung ist, daß in Zukunft die Politiker im Wahlkampf ihre eigenen Inhalte den Wählern nahebringen möchten. Die Zeit des grundsätzlichen ’Wer mit Wem’ ist hoffentlich  vorbei. Demokratie lebt von und mit Kompromissen.

Kindergelderhöhung

Dienstag, Februar 12th, 2008

Als zweifache Mutter habe ich gestern meine Ohren ein bißchen mehr gespitzt, als plötzlich in den Nachrichten klar war, daß das Kindergeld erhöht wird - aber erst im Herbst wird darüber beraten - und dann auch erst für 2009. Grundlage sollen die noch nicht vorliegenden Zahlen für Kinder sein!
Für die unterschiedlichen Positionen der einzelnen Parteien habe ich einen Vorschlag, den ich nicht oft genug wiederholen kann: Keine Umsatzsteuer auf Kindersachen. Das würde für die Eltern bedeuten, daß die Grundnahrungsmittel (auch Bücher) in Höhe von 7% reduziert würden und alle anderen Dinge (Kleidung, Babyausstattung, Spielsachen etc.) würden sogar 19% billiger. Damit hätten die Eltern geringere Kosten (das vorhandene Einkommen kann für mehr Dinge ausgegeben werden) und die Politiker hätten ihre Sachbezüge.

Fundsachen

Donnerstag, Februar 7th, 2008

Heute mal einige Fundsachen in Kürze: Ganz nett hat Theo Wonneberger die Argumente für ein Grundeinkommen in seinen 24 Thesen zusammen gefasst.

Der Vatikan veranstaltet zum ersten Mal seit seiner Existenz einen Frauenkongress. Na immerhin ;-)

Und Meredith Haaf fordert in der taz die Frauen auf, sich endlich online als Schwergewichte mit Stimme zu outen: “Nirgends ist all das so einfach zu machen wie im Netz. Solange Frauen sich darauf konzentrieren, Niedlichbilder von sich hochzuladen, Jungs zu beeindrucken und über ihre Yogastunden zu schreiben, wird dabei allerdings nicht allzu viel herum kommen.”
Ich sehs ein bisschen anders, aber trotzdem ist der Artikel sehr gut…

Viele Männer - schlechte Geschäfte

Freitag, Dezember 21st, 2007

dorisbures.jpg Doris Bures (45) ist seit Anfang dieses Jahres Ministerin im österreichischen Bundeskanzleramt, zuständig vor Frauenangelegenheiten und den öffentlichen Dienst. Davor war sie Präsidentin der Mietervereinigung und Bundesgeschäftsführerin der SPÖ. Die Presse.com hat ein schönes Interview mit ihr abgedruckt. Kleiner Auszug:
“Der deutsche Spiegel hat dem Thema „Alpha-Mädchen“ eine Titelgeschichte gewidmet. Untertitel: „Wie eine neue Generation von Frauen die Männer überholt.“ Müssen sich die Männer schon warm anziehen?

Bures: Ich habe schon den Eindruck, dass Frauen in der Wirtschaft nicht mehr nur aus Gerechtigkeitsgründen gefördert werden, sondern auch, weil es ökonomisch unklug wäre, auf ihr Potenzial zu verzichten.

Geschlechterparität ist gut für die Wirtschaft?

Bures: Eine US-Studie hat fünf große Unternehmen untersucht. Das Ergebnis war eindeutig: Überall dort, wo es einen gerechten Anteil von Frauen in der Führungsebene gibt, herrscht ein besseres Betriebsklima und es gibt höhere Gewinne. Der Schluss ist ganz klar: Zu viele Männer sind schlecht fürs Geschäft.” Na - dann starten wir doch mit besseren Geschäften in das neue Jahr :-)