Archive for the ‘Aktuell’ Category

Quergedacht: “Burma heit Myanmar”

Freitag, Juni 6th, 2008

alice_schwarzer_home_011.jpg Einen sehr spannenden Artikel hat Alica Schwarzer in der FAZ verffentlicht. Dokumentiert ist der Beitrag auf ihrer Website unter der berschrift “Tage in Burma“. Da ich mich selbst noch nie mit Burma / Myanmar beschftigt habe, fand ich die andere Betrachtungsweise von Alice Schwarzer uerst gewinnbringend. Es fngt schon damit an, dass wir in der Berichteratung hatnckig am kolonialen Namen festhalten: “In den vergangenen zwlf Jahren war ich viermal wochenlang in dem Land, das einst Burma hie und sich heute Myanmar nennt ? weil in seinen Grenzen nicht nur Burmesen leben, sondern viele Ethnien.” Und ehrlich gesagt habe ich mich auch gefragt, warum ein Land Personal von amerikanischen Kriegsschiffen ins Land lassen muss, damit es unseren Kriterien von “hilfswrdig” entspricht. Zudem mokiert sich Alice Schwarzer zu Recht ber die sehr unterschiedliche Art und Weise der Berrichterstattung: “Ein grausamer Zufall wollte, dass zwei fast zeitgleiche Naturkatastrophen passierten: im kleinen rckstndigen Burma und im daneben liegenden mchtigen China. Beide Lnder haben zehntausende, wenn nicht hunderttausend Tote zu beklagen. Beide Lnder lieen zunchst ausschlielich asiatische Nachbarn ins Land und lehnten in den ersten chaotischen Tagen und Wochen westliche Hilfsangebote ab. Doch wie unterschiedlich die Berichterstattung.” und etwas spter schreibt sie: “Denn Prsident Bush lie prompt nach der Katastrophe wissen, Amerika verlngere die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Burma um ein weiteres Jahr ? worunter seit Jahren vor allem die Bevlkerung schwer leidet. Da fragt sich nicht nur die gern gescholtene ?Militrclique?, da fragt sich auch der deutsche Arzt Schoeneich: Was eigentlich wollen die beiden amerikanischen Kriegsschiffe, die vor dem verwsteten Irrawaddy-Delta im Pazifik liegen? Der verzweifelten Bevlkerung helfen?” Ja, das war auch der Punkt, der mich stutzig gemacht hat.
Alice Schwarzer ist und bleibt eine manchmal auch unbequeme Querdenkerin - zu meiner groen Freude!

Neue Studie: Frauen gehen online

Freitag, Mai 23rd, 2008

Das Frauenmagazin Brigitte hat eine Studie zum Kommunikationsverhalten von Frauen erstellt. Interessantes Ergebnis: Kommunikative Frauen kommunizieren mit allen Kanälen - nutzen also auch die virtuellen Kanäle des Internets. Im Jahr 2000 waren nur rund 20 Prozent der Frauen zwischen 14 und 64 Jahren vom Internet begeistert. Heute gehen schon zwei Drittel aller Frauen bis 64 Jahre regelmäßig odere auch gelegentlich online. Dabei nutzen rund die Häfte der 16 Millionen Frauen immerhin zwischen ein bis fünf Stunden pro Woche das weltweite Netz. 2,9 Millionen Frauen bezeichnen sich selbst als Intensiv-Nutzerinnen. D.h. sie klicken sich länger als fünf Stunden in der Woche durch die virtuellen Welten.

netz.jpg Zusammenfassung aus ibusiness.de: “Dabei ist das Interesse am Internet keinesfalls Abhängig von der Altersstruktur vieler Nutzerinnen. So beträgt der Anteil der über Vierzigjährigen, der bei allen Frauen 38,8 Prozent ausmacht, unter den Internetnutzerinnen immerhin bereits 25,4 Prozent. Betrachtet man die Zusammensetzung der Intensivnutzerinnen, sinkt dieser Anteil jedoch auf 16,3 Prozent, während junge Frauen zwischen 14 und 39 Jahren in dieser Gruppe besonders oft anzutreffen sind.

Am häufigsten wird das Internet von den Frauen genutzt, um E-Mails zu empfangen und zu versenden: 83,7 Prozent von ihnen kommunizieren per elektronischer Post. 57,3 Prozent informieren sich im Internet über aktuelle Geschehnisse und knapp die Hälfte nutzt Unterhaltungsangebote (48,8 Prozent) oder sucht Informationen, die sie beruflich nutzen können (46,6 Prozent). Die Intensivnutzerinnen verbringen außerdem überdurchschnittlich viel Zeit im Web, um Unterhaltungsangebote anzusehen (71,5 Prozent) und mit Freunden zu chatten (67,4 Prozent). Immer mehr Frauen gehen aber auch online, um Informationen über Marken und Produkte zu erhalten. So nutzen 38,7 Prozent das Web, um Preise zu vergleichen, 35,7 Prozent vergleichen Marken und Produkte miteinander und 20,7 Prozent suchen nach Bewertungen und Testberichten.”

Zu wenig Frauen sind peinlich

Freitag, Mai 9th, 2008

Na endlich kommt Bewegung in die Diskussion um eine Frauenquote bei den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen. Bereits im Februar 2007 haben über 500 Menschen unsere öffentliche Petition zu dem Thema an den Bundestag unterzeichnet. Gestern berichtete die taz unter der Überschrift “Peinlicher Mangel an Managerinnen” vom Rechtsausschuss des Bundestages. Dieser hatte unter anderem den früheren norwegischen Wirtschaftsminister Ansgar Gabrielsen eingeladen. anskargabrielsen.jpg Zu seinem Statement schreibt die taz: “Es gibt ein neues Argument für die Geschlechterquote und das heißt “Peinlichkeit”. Diesen Grund führte am Mittwoch der ehemalige Wirtschaftsminister Norwegens, Ansgar Gabrielsen, ein. Der Rechtsausschuß des Bundestages hatte am Mittwoch Abend Experten zu einer möglichen Quotierung der deutschen Aufsichtsräte nach norwegischem Vorbild befragt. Norwegen hat im Januar 2008 eine 40-Prozent-Quote für Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften eingeführt. Ihm sei es schlicht peinlich gewesen, dass sich die gut qualifizierte Hälfte der Bevölkerung Norwegens nicht in den Führungsetagen der Unternehmen wiederfinde, so Gabrielsen vor den Experten.” Auch wenn bisher nur die Grünen von einer Quote in den Wirtschaftsunternehmen überzueugt sind - es bewegt sich was. Lasst uns das Beste hoffen…

Beindruckende 15 Jahre

Dienstag, April 29th, 2008

Seit 15 Jahren existiert die Organisation “medica mondiale“. Bosnien befand sich in einem schrecklichen Krieg, als die Frauenärztin Dr. Monika Hauser alles daran setzt, um ein Zentrum zu gründen, das den vergewaltigten Frauen Unterstützung geben kann. “Haben Sie noch alle Tassen im Schrank?” war eher noch das Freundlichste, was ihr westliche Diplomaten und andere mit auf den Weg gaben.

helfendehaende_medicamondiale.jpg Sie hat es trotzdem geschafft und unglaublich wertvolle Arbeit geleistet. Ein ausführliches Interview gibt es heute im Neuen Deutschland mit ihr. Zitat: “Wenn man feministische Arbeit macht, muss man eine hohe Frustrationstoleranz mitbringen. In der internationalen Politik und vor Ort, egal, ob in Berlin, Washington, Brüssel oder Kabul, stoßen wir immer wieder auf männliche Ignoranz. Noch bevor der Irakkrieg begann, haben wir inständig gewarnt: Ihr müsst die Frauen schützen. Nicht weil Frauen schwach sind, sondern weil Männer vergewaltigen. Und was wurde geschützt? Das Ölministerium in Bagdad….”
Wie gesagt - beeindruckend!!!

Frauen fordern was ihnen zusteht

Freitag, April 4th, 2008

Unter diesem Motto findet am 15. April erstmalig der “Equal Pay Day” statt. Ein Tag, an dem Frauen endlich gegen die gut 20 Prozent geringere Bezahlung - bei gleicher Leistung - im Vergleich zu männlichen Kollgen protestieren. Initiiert wurde die Einführung des Equal Pay Day in Deutschland von einem der größten Berufsnetzwerke für Frauen, dem Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. Wie funktioniert es?

“Auf Ihre Teilnahme kommt es an
Rund um den 15. April gilt für alle Arbeitnehmerinnen die Devise: Bekennen Sie Farbe und zeigen Sie Solidarität. Wie? Zu diesem Zweck wurde bereits im Vorfeld des Equal Pay Day, die “Initiative Rote Tasche” ins Leben gerufen. Sie ist Kernstück der Aktion und steht symbolisch für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Tragen Sie am 15. April den Pin der Initiative Rote Tasche mit einer Schleife aus einem 5-Euroschein. Die Pins bekommen Sie kostenlos auf einer der vielen Veranstaltungen am Equal Pay Day. Oder fordern Sie Ihren Equal Pay Day Pin - gegen eine Versandgebühr - bei der BPW Geschäftsstelle an. Außerdem können Sie auch mit einer roten Tasche Farbe bekennen und im Dialog mit Kollegen auf die Initiative aufmerksam machen: in der Mittagspause, im Büro oder Team-Meeting. Die Forderung, die hinter der Initiative steckt, ist knapp formuliert: Frauen fordern das, was ihnen zusteht. Nicht mehr und nicht weniger.”

Die Anstecknadeln für den Tag habe ich bereits angefordert. Wer von euch eine möchte, dem schicke ich sie gern zu. Mail an mich genügt mit Angabe eurer Adresse (bestellt habe ich insgesamt 25). Also die schnellsten 24 bekommen eine (gratis). ;-)

Ein Mann ruft auf

Freitag, März 28th, 2008

“Stille Reserven: Schreit auf!” so titelt Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, gestern sein Essay auf welt.de. Unter anderem schreibt er: “Deshalb muss man es mit aller Deutlichkeit formulieren: Die heutige Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik ist gescheitert. Sie schützt jene, die drinnen sind, und sie schadet jenen, die draußen sind. Sie verteidigt historisch entstandene Besitzstände und verhindert die Teilhabe aufgrund nachweislich vorhandener Qualifikationen und Fähigkeiten. Sie diskriminiert ausgerechnet die bis dahin ökonomisch Schwächeren der Gesellschaft: die Frauen, die Älteren und Einwanderer beziehungsweise deren Nachkommen - also genau jene, die sie besonders zu schützen vorgibt. Sie alle haben, bei gleicher fachlicher Qualifikation eine systematisch geringere Chance auf einen Job als jüngere deutsche Männer.” Und weiter am Schluß: “Noch glauben zu viele Betriebe, dass sie es sich leisten können, auf die stillen Reserven hoch qualifizierter Frauen, älterer Menschen und Deutscher mit Migrantionshintergrund zu verzichten. Das ist ein folgenschwerer Irrtum, der sich heute schon rächt.”
straubhaar.jpgRecht hat der Mann - allerdings glaubt er als echter Ökonom natürlich auch nicht an gesetzliche Regelungen. Na da sollte er aber mal nach Norwegen gucken :-)

Schwarz-grün beim Grundeinkommen

Dienstag, März 25th, 2008

Erstaunlich, was das Thema Grundeinkommen so bewirkt. So las ich gerade eine interessanten Stellungnahme von Dieter Althaus (CDU) und Wolfgang Strengmann-Kuhn (Die Grünen) im “Rheinischen Merkur”. Sie schreiben u.a.:”Wir glauben, dass Deutschland den Mut braucht, visionäre Ideen wie das Grundeinkommen aufzugreifen. Zu Recht glauben die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr daran, dass das aktuelle Sozialversicherungssystem zukunftsfähig ist. Wenn von den politisch Verantwortlichen keine Antworten auf die Herausforderungen durch Globalisierung und demografischen Wandel gegeben werden, schwindet auch das Vertrauen in die Politik und letztlich in die Demokratie insgesamt. Politik braucht den Mut zu neuem Denken über alte Gräben hinweg.” Viel Spaß beim Lesen wünscht euch stefanie

Männliches Imponiergehabe bringt mehr Gehalt

Dienstag, März 18th, 2008

Einen wunderbaren Artikel mit der Überschrift “Eine Krise der Chefetagen” hat Tanja Dückers (Autorin von “morgens nach Utopia”) in der Zeit- Online vom 11.3. veröffentlicht. Nachdem wieder mal (wie oft noch?) eine Studie belegt hat, dass Frauen in Deutschland bei gleicher Tätigkeit 25 Prozent weniger Geld verdienen, fragt sie: “Wieso lassen sich Vorgesetzte so leicht von männlichem Imponiergehabe beeindrucken? Gerade weil sie keine Angeber sind, hätten Frauen mehr Fairness verdient.” Und nachdem sie einschlägige Ratschläge an Frauen anführt (”knallhart verhandeln”) führt sie weiter unten aus: “Ich möchte den Spieß gern umdrehen und fragen: Welcher Chef ist so blöde, dass ihm permanente Angeberei, Drängelei und Selbstüberschätzung sympathisch und eine Gehaltserhöhung wert sind? Welcher Chef weiß Mitarbeiterinnen nicht zu schätzen, die nicht nur ihre Stärken hervorkehren, sondern auch offen Fehler und Schwächen einräumen? Was sagt diese Diagnose eigentlich über die Chefetagen in unserem Land – und über unser Land im Allgemeinen – aus?” Na - da wüßte ich schon die ein oder andere mögliche Antwort … ;-)

Leben und Karriere wären prima

Dienstag, März 11th, 2008

In der Zeit-Online habe ich gerade einen spannenden Artikel von Parvon Sadigh gefunden. Unter der Überschrift “Frauen wollen weibliche Karrieren” fragt er sich: “Warum sollten Frauen das mitmachen? 70 Stunden die Woche arbeiten, die Kinder zwölf Stunden am Tag wegorganisieren? Männerregeln müssen nicht in alle Ewigkeit gelten.” Er setzt sich auch mit den Thesen des Sozialpsychlogen Roy Baumeister auseinander, der (etwas verkürzt) sagt: Die Arbeitsteilung der Geschlechter sei zwar nicht fair, habe aber bisher ganz gut funktioniert. Sadigh führt weiter aus, dass die gläserne Decke eher eine der männlichen Riten ist, von der Frauen oft ausgeschlossen sind - und dass Norwegen dieses Problem einfach mit Gesetzen löst. Dort funktionierts!
Schöner Artikel, kann ich wärmstens empfehlen ;-)

Kanzlerin auf der CeBit

Donnerstag, März 6th, 2008

Da geraten die Manager ins Schwitzen: Die Kanzlerin stellt doch tatsächlich Fragen, die am ein oder anderen Stand kurzfristig verlegenes Schweigen bewirkten :-)
Aus dem Newsletter von Wiegand&Wiegand:
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei der Eröffnung der weltweiten Computermesse Cebit 2008 in Hannover zahlreiche HighTech-Topmanager mit einfachen Bemerkungen aus dem Konzept gebracht. Die Nachrichtenagenturen APA und dpa listen auf:

1. Fall: IBM-Deutschlandchef Martin Jetter führt der Kanzlerin ein Gerät zur Anzeige günstigster Stromtarifzeiten vor, etwa von Mitternacht bis 06.00 Uhr. Daraufhin Merkel: “Die Waschmaschine zwischen 00.00 und 06.00 Uhr laufen lassen, das mag der Untermieter aber gar nicht so gerne.”

2. Fall: Bei SonyEricsson zeigen Wirtschaftslenker in dunklen Anzügen der Regierungschefin ein cooles Handy mit Organizer und anderen tollen Features. “Das ist High End”, sagt einer stolz zur Kanzlerin. “Wie ein IPhone?”, fragt Merkel zurück. Die Manager lächeln gequält ob der Nennung des längst erhältlichen Produkts von Konkurrent Apple.

3. Fall: Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg preist an, sein Unternehmen biete jungen Leuten im Netz einen Test für Computerwissen. Merkel fragt daraufhin zwei anwesende Bäckerlehrlinge: “Haben Sie denn schon den Test mitgemacht?” Die Antwort: “Nein.”

Die Nachrichtenagentur APA kommentiert: “Merkel hat 14 Stände besucht, das Messegelände von Süd nach Nord durcheilt und der Computerbranche ein paar einfache Fragen gestellt. Die Manager sollten gewarnt sein: Nächstes Jahr zur Cebit kommt sie wieder.”[/I]